04.04.2012

Rente verdoppeln

Quelle: Focus Money

Staatliche Stütze

Die gesetzliche Rente ist für die Bundesbürger nach wie vor die wichtigste Säule bei der Altersvorsorge. Für die private Zusatzrente greifen sie am häufigsten zu Lebensversicherungen und Immobilien. Alarmierend: 14 Prozent geben an, keine Altersvorsorge zu haben.

Wer mit staatlicher Hilfe privat fürs Alter vorsorgt, holt das Maximum aus seinen Beiträgen heraus und sichert sich ein komfortables finanzielles Ruhepolster.

 

Wie viel Rente darf´s später mal sein? 1500 Euro? Klingt nicht gerade nach einer Summe, mit der man den Lebensabend luxuriös gestalten könnte - vor allem. Wenn zum Wohnen keine abbezahlte Immobilie bereitsteht. Tatsächlich sind 1500 Euro aber schon ein sattes Altersruhegeld. Zumindest, wenn es um Zahlungen aus der gesetzlichen Rentenkasse geht. Laut Deutscher Rentenversicherung bekamen zum 31.12.2010 von den rund 19,2 Millionen Beziehern einer sogenannten Versichertenrente ( Rente wegen verminderter Erwerbsfähigkeit und wegen Alters) nur rund 1,1 Millionen Männer und Frauen monatlich einen Zahlbetrag von 1500 und mehr Euro überwiesen. Der Beitrag zur Kranken- und Pflegeversicherung ist dabei bereits abgezogen.

Die Botschaft ist deutlich: Allein mit der gesetzlichen Rente, auch wenn sie für die große Mehrheit der Bundesbürger das wesentliche Standbein ist und bleibt, wird´s im Alter eng. Zumal die gesetzliche Rente weiter schrumpft. 2010 lag das Nettorentenniveau vor Steuern bei 51,6 Prozent. Der Wert gibt das Verhältnis einer Standardrente (Durchschnittsverdiener mit 45 Beitragsjahren) abzüglich der darauf entfallenden Sozialabgaben zum Durchschnittsverdienst  (ebenfalls abzüglich der darauf entfallenden durchschnittlichen Sozialabgaben) an. Konkret: Einem mittleren Einkommen vor Steuern von rund 25700 Euro stand 2010 eine mittlere Nettorente vor Steuern von 13 200 Euro gegenüber. In den kommenden Jahren sinkt das Nettorentenniveau allmählich unter die 50 Prozent-Marke, da die Rentenanpassungen aller Voraussicht nach geringer also die Rate ausfallen werden, um die das Durchschnittseinkommen zulegt. Bis 2003 darf die Quote laut Gesetz (Niveausicherungsklausel) nicht unter 43 Prozent sinken.

Staatlicher Turbo. So weit, so unfreundlich. Stellt sich die Frage, zu welchem Produkt aus dem umfangreichen Fundus der privaten Altersvorsorgemöglichkeiten man greifen soll, um die Rente aufzupeppen? Auch hier ist die Botschaft eindeutig: zur staatlich geförderter Betriebs-, Riester- und Rürup- Rente. Und das nicht allein aus dem Empfinden heraus, auf diesem Wege wieder etwas zurückzuholen, was die Politik jedem Zuge zahlreicher Rentenreformen über die Jahre genommen hat. „Betriebliche Altersvorsorge (bAV), Riester und Rürup sorgen dank staatlicher Zulagen und Steuervorteile in nahezu jedem Fall für einen Renditevorsprung vor klassischen und fondsgebundenen Rentenversicherungen sowie Fondssparplänen und damit für höhere Rentenzahlungen- und zwar lebenslang“, sagt Frank Nobis, Geschäftsführer und Gesellschafter des Instituts für Vorsorge und Finanzplanung (IVFP). Das unabhängige Unternehmen aus dem bayerischen Altenstadt hat für FOCUS-MONEY die aus den unterschiedlichen Vorsorgewegen resultierenden Renten berechnet und verglichen. Sparer sollten sich dabei nicht von immer wieder kursierenden am Ertrag von Riester & Co. verunsichern lassen. Entscheidend sind zwei Kennzahlen: Was habe ich selbst netto aus eigener Tasche eingezahlt, und was springt an Nettorente dafür raus?

Die IVFP-Berechnungen zeigen: Die zum Vergleich herangezogenen Produkte – Privatrente und Fonds-Sparplan – hinken den staatlich gepushten Vorsorgewegen bei der Rendite aufs selbst eingesetzte Kapital bis zu 1,5 Prozentpunkte hinterher.

Mehr herausholen. Was muss der Vorsorgesparer nun zurücklegen, um die Rente mit einem soliden Polster genießen zu können? FOCUS-MONEY hat für drei Musterfälle berechnet, was die Verdopplung der gesetzlichen Rente, Stand heute – künftige Rentenanpassungen außen vor gelassen -  an Spararten für sicherheitsorientierte, klassische bAV-, Riester- und Rürup- Policen kostet. Als Versicherungsanbieter wurden dabei die Sieger des jüngsten FOCUS-MONEY-Tests in den jeweiligen Produktkategorien gewählt.

  • Ein 25-jähriger Single, der 30 000 brutto im Jahr verdient und im weiteren Verlauf seines Lebens ein Einkommensplus von 2,5 Prozent im Jahr verbucht, kann seine Bruttorente von rund 1620 Euro schon mit 200 Euro im Monat auf mehr als 3200 Euro aufpumpen. Die lange Dauer bis zur Rente mit 67 spielt hier für den Sparer. Von brutto 302 000 Euro Beiträgen in der Ansparphase trägt er dank Zulagen und Steuerersparnis nur 185 000 selbst – ein Vorteil von 117 000 Euro.
  • Ein 35-jähriger Vater mit zwei Kindern und 45 000 brutto per annum (Gehalt zu Berufsbeginn mit 25 Jahren 30 000 Euro), der bei 1,5 Prozent Lohnplus im Jahr auf rund 1800 Euro Rente kommt, muss 390 Euro zurücklegen. Er sichert sich mit der betrieblichen Altersvorsorge schon fast 40 Prozent der Summe, derer es zur Rentenverdopplung bedarf. Sein Brutto-Netto-Vorteil: rund 80 000 Euro.
  • Für einen 45-jährigen Vater zweier Kinder mit aktuellen 60 000 Euro brutto (20 000 Euro zu Beginn des Berufslebens mit 25 Jahren), der bis zur Rente noch ein Lohnplus von 0,5 Prozent im Jahr verbucht, wird es indes knapp. Selbst wenn er 600 Euro im Monat beiseitelegt, schafft er es nicht ganz, aus 1930 Euro gesetzlicher Rente das Doppelte zu machen.

Er genießt zwar auch einen Fördervorteil von 70 000 Euro, doch die Ansparzeit ist zu kurz, der Zinseszinseffekt kann nicht ausreichend wirken. Auch eine Botschaft.

 

Betriebsrente - Alle für einen, einer für alle

Das legendäre Motto der drei Musketiere trifft in puncto Altersvorsorge auch bei der Betriebsrente voll ins Schwarze. Dabei zeihen nämlich alle drei Beteiligten – Arbeitgeber, Mitarbeiter und Staat – an einem Strang und kombinieren so zahlreiche Vorteile: Der Staat animiert seine Bürger fürs Alter vorzusorgen, der Chef kann motivierte und qualifizierte Mitarbeiter an sich binden und der Arbeitnehmer selbst profitiert von der finanziellen Absicherung seines Ruhestands. Folgerichtig ist die betriebliche Altersvorsorge (bAV) auch einer der am stärksten geförderten und damit lukrativsten Wege zur Aufstockung der künftigen Rentenzahlungen. Denn wird ein Teil des Gehalts in betriebliche Rentenanwartschaften umgewandelt, verzichtet der Staat in erheblichem Umfang auf Steuern und Sozialabgaben. Das lässt sich grundsätzlich auf fünf verschiedenen Wegen realisieren: via Direktversicherung, Pensionskasse, Pensionsfonds, Direktzusage oder Unterstützungskasse. Als sehr unkompliziert und gern gewählt hat sich in diesem Rahmen die Direktversicherung bAV erwiesen. Dabei schließt der Arbeitgeber zu Gunsten seines Mitarbeiters eine Rentenversicherung ab und zahlt die Beiträge dafür direkt aus dem Bruttogehalt seines Arbeitnehmers an die Versicherung. Den Anspruch auf die späteren Rentenleistungen aus der Versicherung hat aber der Beschäftigte. Bis zu vier Prozent der jährlich neu festgelegten Beitragsbemessungsgrenze (BBG), 2012 also maximal 2688 Euro, dürfen so jedes Jahr in die Direktversicherung bAV eingezahlt werden – steuer- und sozialabgabenfrei. Darüber hinaus können nochmals weitere 1800 Euro steuerfrei in die Vorsorge über den Chef einfließen.

Im Gegenzug muss der Arbeitnehmer jedoch einige Einschränkungen bei der Verfügbarkeit hinnehmen. Schließlich sollen die angesparten Summen ja auch wirklich der Vorsorge dienen und deshalb auch erst später im Rentenalter zur Verfügung stehen. So darf die Betriebsrente frühestens im Alter von 62 Jahren ausgezahlt werden – grundsätzlich als lebenslange Rente. Allerdings ist als Option auch die komplette Kapitalauszahlung wählbar. Und wichtig: Die Betriebsrente ist später voll zu versteuern. Bei gesetzlich Krankenversicherten werden zudem noch Kassenbeiträge fällig.

Tipp: Wer auch seine vermögenswirksamen Leistungen zur bAV einsetzt, kann so dank der steuer- und sozialabgabenfreien Betriebsrente bei gleichem Nettogehalt mehr Geld fürs Alter anlegen. Und wechselt der Arbeitnehmer mal seinen Job, werden die Betriebsrentenansprüche einfach mitgenommen.

Klar im Vorteil. Wie lukrativ die Betriebsrente wirklich ist, zeigt der Vergleich mit anderen Produkten wie privaten Rentenversicherungen und Investmentfonds. Der Sparer zahlt zwar den aktuellen Maximalbetrag von 224 Euro monatlich in die Direktversicherung bAV ein. Davon kommen letztlich aber nur 94,67 Euro aus seinem eigenen Geldbeutel. Den Rest der monatlichen Einzahlungen, also 129,33 Euro, trägt der Staat über den Verzicht aus Steuern und Sozialabgaben. Das ist eine üppige Förderquote von 57,7 Prozent der Beiträge.

Vergleicht man nun diese Nettoeinzahlungen mit den alternativen Anlageformen, dann wird deutlich, dass trotz höherer Kosten der Versicherungslösungen die Chefrente jeweils die gleichen Wertsteigerungen der Kapitalanlagen von 4,3 Prozent bei klassischen Policen sowie der entsprechenden Fondsrechnung und sechs Prozent bei Fondspolicen sowie dem vergleichbaren Fondssparplan. Diese Erträge basieren auf realen Durchschnittswerten.

Fairerweise müssen bei der Rechnung aber natürlich auch die späteren Rentenleistungen mit den dann zu erwartenden Abgaben belastet werden. Doch auch bei der Nettorendite – also nach Abzug der fälligen Steuern und Abgaben – schneidet die Betriebsrente mit Abstand am besten ab: Zwischen 1,14 und 1,47 Prozentpunkten höhere Nettorenditen bringt die bAV als die Vergleichsanlagen. „Für Arbeitnehmer, die nicht über der Beitragsbemessungsgrenze verdienen beziehungsweise privat krankenversichert sind, ist die Betriebsrente eine sehr gute Lösung“, sagt Frank Nobis, Geschäftsführer des Instituts für Vorsorge und Finanzplanung (IVFP), das für FOCUS-MONEY die Vergleiche berechnet hat. „Zahlt der Arbeitgeber etwas dazu, ist sie unschlagbar.“ Das passiert sogar sehr oft, um die Mitarbeiter enger an die Firma zu binden. In solchen Fällen würde der errechnete Renditevorsprung der Betriebsrente noch deutlich größer ausfallen.

Zusatzrente aufbauen. Die Betriebsrente ist folglich die beste Variante. Deshalb wird für die drei Musterfälle des 25-, 35-, und 45-jährigen Sparers zur Verdopplung seiner Rente auch die Direktversicherung bAV herangezogen – errechnet von unserem Betriebsrenten-Testsieger aus Heft 46/2011, der HUK-Coburg.

DA es sich um eine möglichst sichere Ergänzung der Altersvorsorge handeln soll, wird dazu jeweils in klassische Policen investiert, also solche mit Garantieverzinsung und jährlicher Überschussbeteiligung.

 

Riester-Rente - Auf der Sonnenseite der Altersvorsorge

Der alte Kalauer „mit Walter ins Alter“ dient trotz zahlreicher Anfeindungen selbst ernannter Experten und Medien immer noch als beste Referenz. Denn die nach Ex-Arbeitsminister Walter Riester benannte Riester-Rente ist für den Sparer hoch profitabel und schlägt alternative Vorsorgeformen wie Privatrenten und Investmentfonds deutlich. Zwischen einem halben und einem Prozentpunkt höhere Nettorenditen bringt die Förderente in den Vergleichsrechnungen. „Riester ist eine sehr gute Basis für eine vernünftige Altersvorsorge“, bilanziert denn auch Michael Hauer, Gründer, Gesellschafter und Geschäftsführer des IVFP, die Berechnungen seines unabhängigen Instituts.

Üppige Zuschüsse. Grund für den Renditevorsprung: die zweifache Förderung. Jeder Riester-Sparer erhält vom Staat zunächst jedes Jahr 154 Euro Zulage direkt in seinen Vertrag einbezahlt. Für jedes kindergeldberechtigte Kind gibt es weitere 185 Euro hinzu, für ab 2008 geborenen Nachwuchs sogar 300 Euro. Diese Zuschüsse müssen per Dauerzulagenantrag angefordert werden. Darüber hinaus die Beiträge bis zu maximal 2100 Euro pro Jahr als Sonderausgaben von der Steuer abgesetzt werden. Das Finanzamt prüft dann automatisch, ob die Steuervorteile höher sind als die bereits gezahlten Zulagen. Ist das der Fall, wird die Differenz zusätzlich per Steuerersparnis gutgeschrieben. Die vollen Zulagen erhält aber nur, wer auch seinen Mindesteigenbetrag in den Vertrag einzahlt. Dieser beträgt vier Prozent des Vorjahreseinkommens minus die vom Staat zu zahlenden Zulagen. Mindestens müssen das aber 60 Euro sein, höchstens werden mitsamt der Fördermittel 2100 Euro verlangt. Wer weniger als seinen Mindesteigenbeitrag leistet, erhält nur anteilig gekürzte Zuschüsse. Darüber hinaus ist zu beachten, dass zum förderfähigen Personenkreis vor allem rentenversicherungspflichtige Arbeitnehmer und Beamte gehören sowie mittelbar auch deren Ehepartner. Bei Riester-Produkten ist der Beitragsgehalt garantiert, die eingezahlten Gelder gehen also nicht verloren. Die Leistungen dürfen frühestens im Alter von 62 Jahren beginnen. Vorgeschrieben sind lebenslange Rentenzahlungen, maximal 30 Prozent der angesparten Summe können aber zu Rentenbeginn einmalig entnommen werden. Und schließlich: Die späteren Riester-Renten sind voll steuerpflichtig.

Keine Ausreden. Das ist aber gar nicht so schlimm, wie es vielleicht auf den ersten Blick scheint. Denn selbst unter Berücksichtigung der fälligen Steuern in der Auszahlphase bleibt ein sattes Renditeplus der Riester-Rente – wie die Tabellen beweisen. Wichtig ist für den Vorsorgesparer schließlich immer, was er für sein selbst eingesetztes Geld später an Leistungen herausbekommt. Und da ist Riester-Rente bei gleichen Nettobeträgen – aber dank der Förderung höherer Bruttobeiträge – eben nicht zu schlagen. Um es nochmals deutlich zu machen: Bei allen grundsätzliche Vergleichsrechnungen der Förderrenten mit Privatrenten und Investmentfonds wird zwar von der gleichen Wertentwicklung der Kapitalanlagen ausgegangen, aber die jeweils unterschiedliche reale Kostenstruktur der Produkte ist berücksichtigt. So haben Versicherungen höhere Kosten, doch dafür profitieren sie von der komplett steuerfreien Ansparphase. Bei den Fonds dagegen fällt jährlich eine Abgeltungssteuer an. Dazu wurde eine moderate Dividendenrendite von zwei Prozent pro Jahr angenommen, auf die der Fiskus zugreift.  

Bei den Versicherungslösungen kommt das Finanzamt dagegen erst zu Rentenbeginn ins Spiel: bei der Privatrente mit dem geringen Ertragsanteil, der sich nach dem Alter des Sparers bei der ersten Rentenzahlung richtet. Und bei den Förderrenten verlangt der Fiskus eben seinen vollen Anteil. Wie bereits gezeigt, kommt unterm Strich dennoch bei den Förderrenten stets am meisten heraus. Plus: Sie zahlen lebenslang. Also auch dann  weiter, wenn der Sparer deutlich älter wird als der Durchschnitt. Bei den Investmentfonds wird das Kapital dagegen durch die Auszahlungen aufgezehrt, das Geld ist am Ende der für alle Produkte gleich angenommenen Auszahlungsdauer weg. Lebt der Investmentfonds-Sparer länger  als der Durchschnitt, hat er ein echtes finanzielles Problem.

Verdopplung geschafft. Wer kann, sollte also die Riester-Förderung unbedingt mitnehmen.

In unseren drei Beispielfällen wurden dazu erneut die Werte vom aktuellen FOCUS-MONEY-Testsieger aus Heft 32/2011 berechnet, also der Targo Lebensversicherung. Gefragt waren wiederum die klassischen Policen für sicherheitsorientierte Sparer mit volldynamischen Renten. Die steigen also später noch, wodurch die Inflation abgefedert wird. Die Musterfälle zeigen: Der 25-Jährige hat allein mit bAV und Riester seine gesetzliche Rente bereits mehr als verdoppelt. Zu den staatlichen 1620 Euro erhält er später nochmals 2024 Euro an Betriebs- und Riester-Renten hinzu. Der 35-Jährige ist zwar noch nicht ganz so weit, hat aber sein Ziel durch die Förderkombination auch bereits zu 64 Prozent erreicht, nur der 45-Jährige hängt deutlich zurück.

Kasse machen. Übrigens: Die Riester-Rente lohnt sich sogar dann, wenn der Sparer auf die strikten Förderregeln pfeift und sich zum Beispiel später trotzdem sein angespartes kapital komplett auszahlen lässt. Dann muss er zwar die vom Staat gewährten Zulagen und Steuervorteile zurückzahlen, weil der Vertrag „förderschädlich verwendet“ wird. Aber: Die mit dem Fördermitteln bis dahin erwirtschafteten Erträge darf er behalten. So bekommt er im Vergleich zu ungeförderten privaten Lebens- oder Rentenversicherungen trotzdem deutlich höhere Leistungen ausbezahlt. „Die Riester-Rente ist dadurch weit flexibler als allgemein erwartet“, erklärt IVFP-Geschäftsführer Frank Nobis.

 

Rürup-Rente- Sogar für Arbeitnehmer attraktiv

Arbeitnehmer können nicht die volle Rürup-Förderung ausschöpfen, weil ihre Maximalförderung um die gesetzlichen Rentenversicherungsbeiträge vermindert wird. Es ist daher nicht sinnvoll, 20 000 Euro in einem Jahr zu investieren. Wird der Betrag aber auf vier Jahre verteilt, lässt sich eine ordentliche Rendite erzielen. Der 50-jährige Rürup-Sparer zeigt: Das bringt sogar mehr als Alternativanlagen.

 

Mit Basisrenten generell gut behütet

Vater Staat erzielt bei der geförderten Altersvorsorge mit all ihren Varianten einen lupenreinen Hattrick. Denn auch die Rürup-Rente ist im bewährten Vergleich der Nettorenditen viel besser als die ungeförderten Produkte. Das gilt sogar für das Vorsorgesparen von Arbeitnehmern, was nicht ohne Weiteres zu erwarten war. Grund: Die Rürup-Rente, offiziell Basisrente genannt, ist weitgehend der gesetzlichen Rentenversicherung nachgebildet. Daher werden auch deren Beitragszahlungen, die stuerlich absetzbar sind, auf die Rürup-Förderung abgerechnet. Nur Selbstständige ohne ein berufsständsiches Versorgungswerk können die maximale Rürup-Förderung nutzen. Zudem müssen alle Rürup-Verträge ausschließlich lebenslange Renten bieten, die Auszahlung darf nicht vor einem Alter von 62 Jahren beginnen, und die Rentenansprüche können nicht übertragen, beliehen, veräußert oder vererbt werden. Dafür locken grundsätzlich Steuervorteile für Einzahlungen bis zu 20 000 Euro jährlich. Allerdings sind alle Rürup-Beiträge 2012 erst anteilig zu 74 Prozent steuerlich absetzbar. Der Anteil steigt jährlich, bis ab 2025 der gesamte Maximalbetrag vom Fiskus akzeptiert wird. Umgekehrt sind Rürup-Renten später steuerpflichtig. Auch dies jedoch – wie ebenso bei der gesetzlichen Rente – noch nicht sofort in voller Höhe, sondern je nach Jahr des Rentenbeginns nur anteilig. Erst bei Neurentnern ab 2040 greift der Fiskus voll zu. „Die Basisrente ist für Selbstständige ein Muss und auch dür angestellte Top-Verdiener eine gute Alternative, wenn die Rendite im Fokus steht“, fasst Insituts-Chef Frank Nobis die Förderregeln und das Ergebnis seiner Berechnungen zusammen.

Clever aufstocken. Für die Beispielfälle – die ja alle Arbeitnehmer sind – bedeutet das, nach erfolgreicher Nutzung von Betriebs- und Riester- Förderung den noch verbleibenden Betrag bis zur gewünschten Verdopplung der Rente möglichst mit Rürup-Policen zu decken. Der 25-Jährige hat dies bereits zuvor geschafft und braucht eigentlich keine Basisrente mehr. Der 35-Jährige erreicht mit einer Rürup-Rente die Verdopplung nun ebenfalls.

Aber der gut verdienende 45-Jährige muss sich für das Ziel noch ordentlich strecken. Selbst bei monatlichen Rürup-Beiträgen von 500 Euro, wovon er aber nur rund drei Viertel selbst aufbringen muss, schafft er es nicht ganz. Das zeigt einmal mehr, wie wichtig es ist, frühzeitig mit der Altersvorsorge zu beginnen. Je länger die Ansparzeit, desto lukrativer die Rente. Will der 45-Jährige die Rentenverdopplung doch noch erreichen, müsste er weitere rund 250Euro in eine Privatrente einzahlten, um die noch offene Lücke von 437 Euro Monatsrente zu schließen. Wer erst spät beginnt, muss deutlich mehr Geld investieren.

Quelle: Focus Money, 15/2012

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