15.12.2011

Die besten Direktversicherungen

In einer aktuellen Untersuchung der Institut für Vorsorge und Finanzplanung GmbH unter über 100 Direktversicherungs-Tarifen von über 50 Anbietern erhielten in vier verschiedenen Kategorien drei Tarife der Allianz, zwei Tarife der Zurich Deutscher Herold und jeweils ein Tarif der AachenMünchener, der Debeka und des Volkswohl Bundes die Bestnote. Verbesserungspotenzial hat das Institut unter anderem bei den Kosten für Sonderzahlungen festgestellt.

Das Institut für Vorsorge und Finanzplanung (IVFP) hat wie im Vorjahr (VersicherungsJournal 26.10.2010) bAV-Direktversicherungen auf Herz und Nieren geprüft. Im aktuellen Rating hat das Institut dabei 103 Tarife von über 50 Gesellschaften unter die Lupe genommen.

Bewertungskriterien waren die Bereiche Unternehmenssicherheit, Rendite, Flexibilität und Transparenz, die in insgesamt bis zu 81 Einzelkriterien unterteilt sind. In die Gesamtnote ging die Unternehmenssicherheit mit 35 Prozent Gewichtung ein, die Rendite mit 30 Prozent, die Flexibilität mit 25 Prozent und die Transparenz mit zehn Prozent.

Vier Tarifkategorien

Das Institut hat keine Tarife angelsächsischer Gesellschaften berücksichtigt. Untersucht wurden wie im Vorjahr Direktversicherungen in den drei Kategorien klassische und fondsgebundene Tarife mit beitragsorientierter Leistungszusage (BoLz) sowie fondsgebundene Tarife mit Beitragszusage mit Mindestleistung (BzMl).

Neu hinzugekommen ist die Kategorie Comfort-Tarife. Diese sind nach Definition des IVFP dadurch gekennzeichnet sind, „dass ihnen ein oder mehrere Anlagekonzepte zugrunde liegen, deren komplettes Management der Versicherer übernimmt."

Solche Produkte eigneten sich für Personen, die zwar eine fondsgebundene Versicherung möchten, gleichzeitig aber über geringe Erfahrung auf dem Finanzmarkt verfügen oder sich nach Vertragsabschluss (bis zur Rente) nicht mehr mit ihren Vertrag beschäftigen möchten.

Die besten Direktversicherungen

Im Bereich „klassisch BoLz" bekamen die Debeka (Tarif A1) und die Allianz (Direktversicherung Klassik) mit jeweils 1,4 die beste Gesamtnote. Mit der Gesamtnote 1,4 setzte sich im Bereich „fondsgebunden BoLz" die Allianz (Invest Alpha-Balance) vor der Zurich Deutscher Herold (Vorsorgeinvest) Und der HanseMerkur (bAV Care Invest – Tarif RD) mit jeweils 1,6 durch. Im Bereich „fondsgebunden BzMI" teilten sich die Allianz und der Volkswohl Bund (FWR) den Spitzenplatz.

In der neuen Kategorie „Comfort" erhielten mit der AachenMünchener (bAV Strategie No. 1 – Tarif BRG) und der Zurich Deutscher Herold (bAV Direktgarant Premium) ebenfalls zwei Gesellschaften die Bestnote 1,6.

Mangelnde Kostentransparenz für Zuzahlungen

 

Einen thematischen Schwerpunkt hat das Institut beim aktuellen bAV-Rating auf Zuzahlungsoptionen und -konditionen gelegt. Zwar sind bei 95 Prozent aller untersuchten Tarife Zuzahlungen beziehungsweise Sonderzahlungen möglich, stellt das IVFP heraus.

Dennoch konnte das Institut lediglich bei etwas mehr als zwei Dritteln genaue Angaben zu den Kosten ermitteln. Dem Kunden würden diese allerdings meist – in knapp 80 Prozent der Fälle – nicht ausgewiesen, bemängelt das IVFP. Besonders hervorgehoben werden als Anbieter, die höchstens 50 Euro für Zuzahlungen verlangen,

Barmenia (BzMl),Cosmos (klassisch, BoLz, BzMl),Europa (klassisch),Hannoversche (BoLz, BzMl),HanseMerkur (klassisch, BoLz),Neue Leben (BzMl),Provinzial Nordwest (BzMl),WGV (klassisch),Württembergische (BoLz),Zurich (klassisch, BoLz, Comfort).

Verbesserungsbedarf

Bei den Hinweisen zur Versteuerung und Sozialversicherungs-Pflicht hat das Institut noch Verbesserungsbedarf ausgemacht. So weisen 30 Prozent der Tarife nicht auf die Sozialversicherungs-Pflicht (maximale Förderhöhe in der Ansparphase) hin und bei etwa jedem dritten Tarif fehlen Informationen zur Besteuerung in der Leistungsphase (bezogen auf Renten und Kapitalleistungen).

Weiteres Manko: Bei fast zwei Dritteln aller untersuchten Tarife erfolgt lediglich ein Hinweis auf die Krankenversicherungs- und Pflegeversicherungs-Pflicht in der Leistungsphase. Nur jeder vierte Tarif entält hier detaillierte Informationen, während bei etwa jedem siebten Tarif keinerlei Informationen über dieses Thema geliefert würden.

Zudem bezeichnet es das IVFP als wünschenswert, dass bei einer Beitragsfreistellung die Wiederaufnahme auch nach mehr als 36 Monaten zu den alten Rechnungsgrundlagen erfolgt. Dies sei bisher allerdings nicht einmal bei jedem zwölften Tarif der Fall.

Eine Übersicht über die besten Tarife inklusive der Teilnoten in den vier Untersuchungsbereichen stehen auf dieser Seite als PDF zum Download bereit. Weitere Details zur Ratingmethodik und zu den 81 Ratingkriterien können hier nachgelesen werden.

Quelle: Björn Wichert, Versicherungsjournal vom 15.12.2011

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